Kultur für alle und bezahlbar.
#BerlinistKultur, das Aktionsbündnis gegen die Kürzungen im Kulturetat der Stadt Berlin, fragt alle Kandidierenden nach Statements zur Kultur.
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#BerlinistKultur sammelt Statements der Kandidierenden für das Abgeordnetenhaus Berlin zu Ihrer persönlichen Perspektive auf Kultur in Berlin.
Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Als Sozialarbeiterin kenne ich viele junge Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen. Ich weiß, wie viel Kultur gerade für sie bedeutet: im Wedding und überall in der Stadt, wo Kinder und Jugendliche Musik, Theater, Kunst kostenlos erleben können. Für mich selbst bedeutet Kultur Erholung und Lernen: Am Wochenende oder nach der Arbeit gehe ich gerne zu Veranstaltungen in den Uferstudios, schaue politische Filme im City Kino Wedding, bewundere Aufführungen des Theater X bei Demonstrationen oder besuche tolle Museen wie die Neue Nationalgalerie oder die Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Berlins Kulturlandschaft steht unter Druck, u.a. durch steigende Betriebskosten, unsichere Förderstrukturen und prekäre Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig wird oft zuerst am Sozialen und der Kultur gespart. Kein Theater und kein Jugendclub darf geschlossen werden, nur weil die Politik das Geld lieber woanders hin verteilt. Wir wollen den Kulturhaushalt wieder stärken und wir setzen uns dafür ein, dass Jugend- und Kulturorte vor Ort sicher finanziert werden. Es braucht ein Kulturfördergesetz, das Förderung verlässlich, transparent und gerecht macht, und feste Mindesthonorare, damit Künstler*innen von ihrer Arbeit leben können.
Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Kultur bietet Erfahrungsräume, die Vielfalt und Solidarität erfahrbar machen und gesellschaftlich stärken. Das macht sie auch angreifbar für Rechte, für die unsere Vielfalt ein Feindbild ist. Ähnlich wie bei Jugendzentren sind Kulturorte vermehrt parlamentarischen Anfragen und Druck von rechts ausgesetzt. Wir stehen an der Seite von Kulturschaffenden. Auch, wenn politischer Druck von Seiten der Regierung kommt, wie z.B. bei palästinasolidarischen Veranstaltungen. Gleichzeitig kann Kultur nur Raum für Teilhabe und Demokratie sein, wenn sie kein Luxus ist. 2/3 der Jugendlichen im SGB-II-Bezug besuchen nie Kino-, Theater- oder Konzertaufführungen. Deshalb ist uns der kostenlose Zugang zu Kulturangeboten, wie am Museumssonntag, besonders wichtig, damit alle Kinder kreativ sein können, träumen, diskutieren, lernen, sich ausleben und ausprobieren können. Wir kämpfen für mehr Geld in den Taschen der arbeitenden Menschen und ihrer Familien, damit Teilhabe wirklich möglich wird. Wir wollen den Landes-KulturPass für junge Leute, günstige Tickets für alle öffentlichen Kultureinrichtungen und den kostenfreien Museumssonntag.
Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Derzeit kämpfen wir mit den Clubbesitzern um den Erhalt des „Humboldthain Clubs“ im Wedding, ein wichtiger kultureller Ort im Kiez, vor allem für junge Leute. Der Club soll durch ein Investorenprojekt verdrängt werden. Wir wollen politisch einen besseren Schutz für solche Kulturorte umsetzen, damit die Verdrängung aufhört. Dazu gehört auch die Regulierung von Gewerbemieten. Und: wir wollen den kostenlosen Museumssonntag zurückbringen!
https://www.berlinistkultur.de/aktionen-termine/deine-stimme-fuer-kultur/#Statements

