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Sozialarbeiter*innen wissen: oft prägt Personalmangel, hohe Fluktuation und fehlende Tarifbindung das Arbeitsleben. Wir haben immer weniger Zeit für unsere Klient*innen, auch, weil die Bürokratie überhand nimmt: im Schnitt gehen 38 % der Arbeitszeit für Bürokratie drauf, statt in die Arbeit mit Menschen. Der Beruf hat eine der höchsten Burn-Out-Quoten. Statt von unseren Problemen redet die Politik lieber von Kürzungen, als unsere Arbeit zu sehen und zu schätzen. Dabei arbeiten mehr Menschen im Sozialen Bereich als der gesamten Automobilindustrie.

Das Problem ergibt sich auch aus den Bedingungen, unter denen Sozialarbeiter*innen tätig sind: seit den 1990ern wurde die Soziale Arbeit dem Markt unterworfen. Träger konkurrieren um Aufträge, müssen ihre Wirksamkeit über Fallzahlen und Kennziffern nachweisen und umgehen zu oft Tarifverträge

Oft werden Tariferhöhungen nicht refinanziert, oft bangen Angebote am Ende des Jahres um ihre Existenz und Mitarbeiter*innen am Ende des Jahres um ihre Stelle. Unsere Arbeit braucht Planungssicherheit, keine Projektlogik und kein Bangen um Finanzierung Jahr für Jahr.

Deshalb kämpfe ich für:

Faire Bezahlung und Tarif. Beschäftigte freier Träger dürfen nicht schlechter gestellt sein als beim Land Berlin. Volle Refinanzierung bei Bezahlung nach TV-L, Hauptstadtzulage auch für freie Träger, und Tarifbindung als Voraussetzung für die Vergabe öffentlicher Mittel.

Schluss mit der Ökonomisierung. Weg vom Projektcharakter der Jugendhilfe, hin zu verlässlichen Förderstrukturen. Rekommunalisierung sozialer Angebote und Platzvergabe nach fachlichen statt ökonomischen Kriterien. Prüfung des Verbots von profitorientierten Anbietern. Statt “Kosten- und Leistungsrechung” brauchen wir eine Orientierung an den Menschen, die unsere Angebote und Hilfen nutzen.

Konkrete Entlastung und Ausbau von Angeboten. Eine Personaloffensive und deutlich bessere Personalschlüssel – im Anschluss an die Gewerkschaftsforderungen. Refinanzierung von Betriebsratsarbeit, Supervision und co. 

Wer bei Bildung, Familie und Jugendhilfe kürzt, während über 100 Milliarden in Aufrüstung fließen, setzt die falschen Prioritäten. Die Linke steht für eine Politik, die die Menschen und die Arbeitsnehmer*innen in den Mittelpunkt stellt.

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